SCHLIESSEN

KONTAKT
Ungültige E-Mail-Adresse
0/500 Zeichen

Ich interessiere mich für die folgende(n) Edition(en):

SCHLIESSEN

AUF IHR BOARD PINNEN

Pflichtfeld

Diese Funktion ist ausschließlich Architekten, Innenarchitekten und anderen Fachplanern mit einem genehmigten A@W Xperience-Konto vorbehalten.
Sind Sie Architekt? Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um fortzufahren.

WÄHLEN SIE IHRE BEVORZUGTEN LÄNDER AUS

Wählen Sie andere Länder aus, denen Sie folgen möchten.

Ihr Standard-Land ist Belgien.

Language picture bigLanguage picture small

WÄHLEN SIE IHRE REGION

Austria

Belgium

Czech Republic

France

Germany

Italy

Luxembourg

The Netherlands

Poland

Portugal

Scandinavia

Spain

Switzerland

United Kingdom

Other European countries

Other Eastern European countries

AUSSERHALB EUROPA

North America

Latin America

Africa

Asia

Middle East

25AWX_Banner_Inspiration_V7.png
PROJECTS

Im französischen Redon macht ein nachhaltiger Konzept Schule

Erscheinungsdatum: 12.05.2026

Dies ist eine überarbeitete Übersetzung eines Originalartikels von Sipane Hoh

Mit dem Wandel der Paradigmen im zeitgenössischen Bauen verändert sich auch die Architektur und formuliert – unabhängig vom geografischen Kontext – Lösungen für die drängenden ökologischen und sozialen Fragestellungen unserer Zeit. In Frankreich hat das Atelier Belenfant Daubas die Schule Charlie Chaplin realisiert, ein vorbildliches Projekt, das auf biobasierte Materialien setzt und auf nachhaltige Bauweisen zurückgreift, ein ambitioniertes Vorhaben.

A_Redon_1

Das Programm ist zwar einfach, doch die Anforderungen sind sehr präzise und die Erwartungen hoch. Es handelt sich um einen sorgfältig durchdachten Entwurf, der sowohl ökologisch als auch im Einklang mit seiner Umgebung steht. Der Bau führt einen feinfühligen Dialog zwischen der Gemeinde Redon und der umliegenden Natur. Die majestätischen Platanen, stille Zeugen der Zeit, werden mit Sorgfalt erhalten; ihre Silhouette ist in eine natürliche Topografie eingebettet, die ihre Beziehung zur Umgebung unterstreicht.

Die städtische Fassade ist als lebendiger Platz gestaltet. Sie beherbergt pädagogische Gärten – echte Schutzräume, in denen Kinder für die Biodiversität sensibilisiert werden und die Jung und Alt dazu einladen, die Vielfalt des Lebendigen zu entdecken. Die natürliche Fassade hingegen fügt sich harmonisch in das Gelände ein und eröffnet den Zugang zu einem vollständig begrünten Hof, einer Oase der Frische und des Spiels für die 130 Schüler, die hier einen Raum zum Toben und Atmen finden.

Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie zur Reduzierung urbaner Hitzeinseln beitragen und sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen. Der begrünte Laubengang bildet eine sanfte Verbindung zwischen Innen und Außen; er spendet Schatten und bietet zugleich einen ruhigen Ort des Verweilens.

A_Redon_3A_Redon_2

Ein ökologischer und innovativer Ansatz

Die Schule Charlie Chaplin verkörpert die Symbiose zwischen architektonischer Innovation, dem Erhalt der Biodiversität und dem Einsatz biobasierter Materialien. Sie ist nicht nur eine kulturelle Einrichtung, sondern eine echte Institution, die im Einklang mit ihrer natürlichen Umgebung steht.

Die städtische Fassade bildet eine einladende und warme Grenze; sie besteht aus unbehandeltem Douglasienholz mit offenen Lamellen, während die innere Fassade mit Holzschindeln verkleidet ist. Zwischen diesen beiden Fassaden entsteht ein subtiler Dialog unterschiedlicher Bauzeiten und Ausdrucksformen.

Um das pädagogische Konzept, in dem sich Ökologie und Funktionalität Hand in Hand gehen, sichtbar zu machen, setzen die Architekt*innen auf eine Holztragstruktur, Lehm‑ und Kalkputze sowie Holzrahmenwände. Das Ergebnis ist eine ebenso zurückhaltende wie sensible Komposition – ein Lernort, der auf Symbiose und Materialbewusstsein setzt.

A_Redon_5A_Redon_4

Materialien und Texturen

Was die Materialien betrifft, so wurden die Fassaden aus lokalem Holz gefertigt: eine Konstruktion und Verschalung aus unbehandelter Douglasie, Stützelemente aus Robinie sowie eine vertikale, offene Holzlattung vor dem überdachten Außenbereich, die zugleich Windschutz und Transparenz bietet. Eine bewusste Entscheidung der Architekt*innen, die den Anforderungen der Bauherrschaft in vollem Umfang entspricht.

Doch damit nicht genug: Für die Dämmung fiel die Wahl auf biobasierte Materialien wie Hanfbeton in Kombination mit ungebrannter Erde. Diese sorgt für eine ideale Luftfeuchtigkeit und reguliert auf natürliche Weise die Innentemperatur. Ergänzt wird dies durch die innenliegenden Trennwände in Holzrahmenbauweise, die mit Adobesteinen gefüllt sind und dank ihrer hohen thermischen Masse zu einer passiven Regulierung des Raumklimas beitragen.

Diese Materialien stammen aus erneuerbaren Ressourcen, sind unbegrenzt recycelbar, benötigen nur minimale Verarbeitung und tragen so zu einer deutlich besseren CO₂‑Bilanz bei. Die Kombination aus Holz, Lehm und Hanf schafft eine passive hygrothermische Hülle, die für konstanten Komfort sorgt und zugleich den Energieverbrauch reduziert. Es handelt sich um eine nachhaltige, reversible Lösung mit einer sehr geringen CO₂‑Belastung.

Ungebrannte Lehmziegel aus lokalem Aushub, Holz aus der Region, erhaltene Platanen, ein wasserdurchlässiger Boden, begrenzte beheizte Flächen, natürliche Lüftung – hier kommt alles zusammen, was eine außergewöhnliche und zugleich vorbildliche Realisierung für die Gemeinde ausmacht. Bauprojekte wie dieses, die auf regionale Wertschöpfungsketten setzen, verdienen besondere Förderung.

Vor diesem thematischen Hintergrund ist es daher kein Zufall, dass für die ARCHITECT@WORK in Lyon, die am 10. und 11. Juni 2026 stattfinden wird, COURTS–CIRCUITS als Leitthema gewählt wurde.

Alle Bilder: © Simon Guesdon