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Erscheinungsdatum: 12.02.2026
Dies ist eine Übersetzung eines Originalartikels von Rafael Vieira

Das erste öffentliche Bauwerk Portugals im 3D-Druckverfahren entsteht im Ecocentro von Perafita
Der 3D-Druck im Bauwesen beginnt sich in Portugal nachhaltig zu etablieren und erreicht nun erstmals den Bereich des öffentlichen Hochbaus. Im Ecocentro von Perafita in Matosinhos wird derzeit das erste öffentliche Bauwerk des Landes realisiert, das diese Technologie nutzt – im Rahmen einer von der Stadtverwaltung ausgeschriebenen Vergabe. Das Projekt wird vom portugiesischen Unternehmen Havelar ausgeführt, einem in Vila do Conde ansässigen Start-up, das sich auf die Fertigung von Bauwerken mittels 3D-Druckverfahren spezialisiert hat.

Konstruktion mit 3D Technologien, mit schichtweisem (Layer für Layer) Druck.
Das Gebäude mit einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern wird in einer für traditionelle Bauverfahren ungewöhnlich kurzen Zeitspanne errichtet. Die Ausführung der Hauptstruktur erfolgt innerhalb einer Woche, die Fertigstellung des gesamten Bauwerks ist für einen Zeitraum von fünf Monaten vorgesehen. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 800.000 Euro. Die neue Einrichtung wird das Projekt ReCircular beherbergen – eine Initiative, die sich auf das Recycling und die Wiederverwendung von Elektronikschrott konzentriert und in die Logik der Kreislaufwirtschaft eingebettet ist. Dabei steht auch eine starke soziale Komponente im Vordergrund, insbesondere durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen aus der Region. Nachhaltigkeit in ihrer umfassendsten Form.


Nachhaltige Baukonstruktion, bei der Beton- und Lehmdruck jede Wand formen.
Das 3D-Druckverfahren erlaubt die vollautomatische Produktion von Bauelementen durch sukzessives, modellbasiertes Materialauftragen in einzelnen Schichten. Havelar nutzt dabei international als Referenz anerkannte Drucklösungen, die in Partnerschaft mit dem dänischen Unternehmen COBOD entwickelt wurden. Dieser Ansatz führt zu einer höheren baulichen Präzision, zu einer signifikanten Verkürzung der Ausführungszeiten und zur Senkung der damit verbundenen Kosten im Vergleich zu traditionellen Baumethoden.

Dies ist ein Gebäude, das vom Digitalen ins Physische übergeht – in einer rekordverdächtigen Bauzeit.
Aus ökologischer Sicht bietet der 3D-Druck bemerkenswerte Vorteile. Neben Beton können auch alternative Materialien wie Lehm und Erdmischungen integriert werden, was zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks beiträgt. Die Automatisierung des Bauprozesses ermöglicht zudem eine Reduzierung der auf der Baustelle benötigten Arbeitskräfte, was sich in einem geringeren Unfallrisiko und einer höheren Gesamteffizienz des Projekts niederschlägt.
Havelar hat sich als eines der Pionierunternehmen in diesem Bereich in Portugal etabliert. Im Jahr 2024 war das Unternehmen für den Bau des ersten Wohnhauses des Landes im 3D-Druckverfahren verantwortlich, dessen Struktur in nur 18 Stunden errichtet wurde. Die bei diesem Projekt gewonnenen Erfahrungen bildeten die Grundlage für die Anwendung der Technologie bei diesem Bauvorhaben in größerem Maßstab und im öffentlichen Kontext – und ebnen damit den Weg für eine mögliche künftige Nutzung bei Gemeinschaftseinrichtungen, öffentlichem Wohnungsbau und weiterer Infrastruktur.

Diese Baustelle fungiert als automatisierte Produktionslinie mit hoher Präzision und Geschwindigkeit.
In einem Kontext, der von Wohnungsknappheit, Ressourcenmangel und dem Bedarf an nachhaltigeren Bauweisen geprägt ist, erweist sich der 3D-Druck als Alternative mit dem Potenzial, schneller, wirtschaftlicher und flexibler auf die Bedürfnisse von Kommunen und der Bevölkerung zu reagieren. Das Bauvorhaben im Ecocentro von Perafita stellt eine relevante Fallstudie zur Integration dieser neuen Technologie in das öffentliche Bauwesen dar und zur notwendigen und bereits im Gange befindlichen Transformation des Bausektors in Portugal.
Die 3D-Drucktechnologie definiert die Art und Weise, wie ein Gebäude errichtet wird, neu – mit Präzision, Geschwindigkeit und einem Blick in die Zukunft des Bauwesens.


3D Technologie verändert die Bauweise von Gebäuden grundlegend.
Alle Bilder: © Havelar