Architektur als Suche nach Zugehörigkeit: Der Pritzker Prize 2026 geht an Smiljan Radić Clarke
Erscheinungsdatum: 17.03.2026
Barbara Jahn
Das Leben und Werk von Smiljan Radić Clarke sind geprägt von Bewegung, Offenheit und der bewussten Konstruktion von Identität. In Santiago als Kind einer kroatisch-britischen Familie geboren, entwickelte er früh ein Verständnis von Zugehörigkeit als etwas Gestaltbares. Sein Weg zur Architektur entstand schrittweise: über Zeichnungen, erste Impulse im Jugendalter und ein Studium in Chile, das von Rückschlägen und prägenden Erfahrungen begleitet war. Reisen, Geschichte sowie Einflüsse aus Kunst und Philosophie erweiterten seinen Blick auf Architektur als Raum für Ideen und Bedeutungen.
Gemeinsam mit der Bildhauerin Marcela Correa entwickelte Radić eine intime, experimentelle Praxis. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Schutz und Offenheit und reflektieren emotionale sowie räumliche Erfahrungen. Projekte wie temporäre Installationen oder internationale Pavillons zeigen seine sensible Formensprache. Mit der „Fundación de Arquitectura Frágil“ fördert er zudem kollektives Denken. Radićs Architektur bleibt persönlich, verletzlich und zugleich kraftvoll.
